Pflegebegutachtung gut vorbereiten

Die Zeit der Begutachtung ist knapp bemessen.

Meist dauert die Begutachtung nur zwischen 20 und 40 Minuten. Da sich der Gutachter in dieser kurzen Zeit einen vollständigen Eindruck machen muss, kann es zu Fehleinschätzungen kommen bzw. einzelne Dinge kommen in diesem Zeitraum nicht zur Sprache. Ebenfalls ist die unter Umständen schwankende Tagesform des Pflegebedürftigen in einem einzelnen Termin nur schwer zu berücksichtigen. Hierbei hilft das Pflegetagebuch, denn es bildet einen längeren Zeitraum wirklichkeitsgetreu ab. Übergeben Sie es dem Gutachter direkt zu Beginn der Begutachtung und behalten Sie eine Kopie für Ihre Unterlagen.

Bei dem Begutachtungstermin ist es sinnvoll, dass neben dem Pflegebedürftigen auch die Pflegeperson oder ein Mitarbeiter des Pflegedienstes anwesend sind – idealerweise auch ein Pflegeberater. So können Sie sicherstellen, dass auf alle Besonderheiten geachtet wird, alle Hilfeleistungen berücksichtigt werden und nichts vergessen wird. Der Pflegeberater kennt den Ablauf der Begutachtung genau und kann das Gespräch lenken.

All dies kann beruhigend auf den Pflegebedürftigen wirken, denn eine Begutachtung wirkt auf den Pflegebedürftigen oftmals wie eine (Schul-)Prüfung. Außerdem entlastet es Sie als pflegenden Angehörigen, da Sie die Verantwortung für die wichtige Begutachtung in professionelle Hände geben können. Der Pflegeberater kennt weiterhin alle Tipps und Kniffe der Begutachtung, aber auch die Tricks, die der Gutachter anwendet um den tatsächlichen Hilfebedarf zu testen. Beispielsweise kann im Gutachten schon berücksichtigt werden, ob der Pflegebedürftige die Tür aufmachen kann, wie er reagiert oder ob er beispielsweise einen kleineren Gegenstand aufhebt, der dem Gutachter eventuell herunterfällt.

Unterlagen, die dem Gutachter zur Einsichtsmöglichkeit vorliegen sollten

Pflegetagebuch mit den pflegeerschwerenden Faktoren und den Hinweisen zur eingeschränkten Alltagskompetenz,
– Pflegenachweise des Pflegedienstes,
– Berichte von Ärzten, Pflegediensten oder sonstigen Fachleuten und
– Übersicht über die derzeitigen Medikamente.

Wenn möglich, lassen Sie sich vom Hausarzt, Neurologen oder Physiotherapeuten des Pflegebedürftigen ein Gutachten erstellen, das die Schwere des Unterstützungsaufwandes bestätigt.

Bereiten Sie sich und auch den Pflegebedürftigen darauf vor, dass Ihnen bzw. ihm während der Begutachtung intime Fragen gestellt werden können – beispielsweise zur Körperpflege. Antworten Sie hierbei ehrlich, auch wenn es unangenehm sein kann und verharmlosen oder beschönigen Sie nichts.
Beachten Sie auch, dass der Pflegebedürftige oftmals alle Kraft zusammen nimmt, um – entgegen der eigentlichen Intention – während der Begutachtung möglichst selbstständig zu wirken. Besonders Demenzkranke blühen häufig richtig auf. Haben Sie Verständnis für die Situation des Pflegebedürftigen, aber auch für die des Gutachters.

Pflegestufe.de-Tipp

Suchen Sie ggf. auch das Gespräch unter vier Augen mit dem Gutachter, wenn spezielle Themen dem Pflegebedürftigen zu unangenehm sind oder er aufgrund einer Verwirrtheit oder – um selbstständiger zu wirken – falsche Angaben macht. Achten Sie darauf, dass der Gutachter alle relevanten Pflegetätigkeiten nachfragt. Weisen Sie ihn sonst explizit darauf hin. Nutzen Sie hierfür ebenfalls das Pflegetagebuch.

Kontaktieren Sie einen Pflegeberater und lassen Sie sich unterstützen.

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