Pflegetagebuch

Dokumentieren Sie Ihre Hilfeleistungen.

Oftmals ist es den pflegenden Angehörigen gar nicht bewusst, wie viel Hilfe sie ihrem Angehörigen eigentlich leisten. Daher ist es sinnvoll, die gesamten Hilfeleistungen zu dokumentieren.

In einem Pflegetagebuch machen Sie genau das über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. So erhalten Sie einen exakten Überblick über den geleisteten Zeitaufwand und können sich gut auf die Begutachtung vorbereiten. In der Praxis zeigt es sich, dass es manchmal an nur einigen mehr geleisteten Minuten hängen kann, ob eine Pflegestufe anerkannt oder abgelehnt wird.

Es empfiehlt sich daher die Dauer der einzelnen Hilfeleistungen selbst zusammen zu zählen, um den Hilfeaufwand genau einschätzen zu können. Hier gibt es jedoch einige Besonderheiten, auf die zu achten ist, so werden zum Beispiel nicht alle Hilfeleistungen anerkannt.

Die Hilfeleistungen, die anerkannt werden – man spricht hierbei auch von Verrichtungen – werden bei der Bemessung des Hilfebedarfs wiederrum auch nicht zeitlich unbegrenzt anerkannt. Es gibt sogenannte Zeitkorridore, also Zeiträume, wie lang eine Verrichtung dauern darf. Zu Grunde gelegt wird immer die Zeit, die eine nichtprofessionelle Pflegekraft zum Verrichten der Pflegetätigkeiten braucht.

Formen der Hilfeleistung

Eine dritte Besonderheit ist, dass zwischen vier verschiedene Formen der Hilfeleistung unterschieden wird.

Unterstützung (U)
Wenn der Pflegebedürftige die Verrichtungen grundsätzlich selbstständig erledigen kann, doch bei der Vorbereitung, Durchführung oder Nachbereitung unterstützt werden muss.

Teilweise Übernahme (TÜ)
Wenn der Pflegebedürftige die Verrichtungen teilweise selbstständig erledigen kann und die Pflegeperson nur Teile davon übernehmen muss.

Vollständige Übernahme (VÜ)
Wenn der Pflegebedürftige nicht mehr in der Lage ist, die Verrichtungen selbst auszuführen und die Pflegeperson diese vollständig übernimmt.

Anleitung und Beaufsichtigung (A/B)
Wenn der Pflegebedürftige ausschließlich der Anleitung und Beaufsichtigung beim Ausführen der Verrichtungen bedarf. Dies gilt insbesondere bei geistig und seelisch Behinderten, psychisch Kranken und dementiell veränderten Menschen.
Dies meint, jeweils im Rahmen der gewöhnlichen täglichen Verrichtungen,
• die Förderung und Erhaltung von körperlicher, psychischer und geistiger Fähigkeiten,
• die Vermeidung von Eigen- und Fremdgefährdung (z.B. durch unsachgemäßen Umgang mit Strom, Wasser oder offenem Feuer) und
• den Abbau von Ängsten, Reizbar und Aggressionen.

Hinweise zum Pflegetagebuch

• Jeder Hilfebedarf muss unter pflegerischen und medizinischen Aspekten begründet sein.
• Es zählen nur die Minuten, die eine nicht professionelle Pflegeperson benötigt, um die Hilfestellungen auszuführen.
• Anleitung und Beaufsichtigung werden genauso anerkannt wie die teilweise oder vollständige Übernahme, dauern aber häufig länger. Sie sind also vorzuziehen. Gleiches gilt für die sogenannte „aktivierende Pflege“. Daher sollten Angehörige darauf achten, dass im Sinne der aktivierenden Pflege vorhandene körperliche und geistige Fähigkeiten des Betroffenen soweit wie möglich genutzt werden. Konkret bedeutet das, dass jede vom Pflegebedürftigen noch zu leistende Verrichtung auch möglichst von ihm verrichtet wird, um seine Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu fördern. Diese Minuten können für eine Pflegestufe wichtig sein.
– Unterteilen Sie längere Tätigkeiten in Unterschritte, indem Sie diese einzeln aufrechnen. So erhalten Sie einen besseren Überblick über alle Tätigkeiten.

Pflegestufe.de-Tipp

Ist ein Pflegetagebuch vorhanden, muss es vom Gutachter berücksichtigt werden! Dies gilt für Gutachten und Widerspruch.

Kontaktieren Sie einen Pflegeberater und lassen Sie sich unterstützen.

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