Pflegestufe 0

Was sind die Voraussetzungen für Pflegestufe 0?

Damit eine pflegebedürftige Person Leistungen der Pflegeversicherung erhält, muss sie in eine Pflegestufe eingestuft werden. Hierfür sind bestimmte Unterstützungsleistungen z.B. im Bereich der Grundpflege vorausgesetzt.

Es gibt jedoch auch Pflegebedürftige, die diesen Bedarf an Hilfe im Bereich der Grundpflege zwar nicht erfüllen, jedoch sehr viel Beaufsichtigung und Betreuung brauchen. Das ist besonders häufig bei Personen mit Demenz, geistiger Behinderung oder auch psychischen Erkrankungen der Fall. Diese verfügen in der Regel über eine sogenannte eingeschränkte Alltagskompetenz und benötigen erhöhten Betreuungsbedarf. Für diese Gruppe steht seit dem 1.Januar 2013 die sog. Pflegestufe 0 zur Verfügung.

Um einen erhöhten Betreuungsbedarf anerkannt zu bekommen, überprüft der Gutachter in einem Besuch ob in den folgenden Bereichen Auffälligkeiten bestehen:
1. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen
4. Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
5. Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
8. Störung der höheren Hirnfunktion (Gedächtnis, Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
9. Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus
10. Unfähigkeit, den Tagesablauf eigenständig zu planen und zu strukturieren
11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
12. Zeitlich überwiegende Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund therapieresistenter Depressionen
13. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliertes emotionales Verhalten

Wie hoch sind die Leistungsansprüche bei Pflegestufe 0?

Je nach Vorliegen der Einschränkungen erhält der Pflegebedürftige Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen, 120 Euro als Pflegegeld bzw. 225 Euro Pflegesachleistung im Monat.
Ist der Pflegebedürftige bereits in einer der Pflegestufen 1-3 anerkannt, so erhält er höhere Pflegegeld- bzw. Pflegesachleistungen.

Pflegestufe.de-Tipp

Bei einer Demenzerkrankung ist es für viele Fragestellungen sehr hilfreich, sich professionelle Beratung und Unterstützung einzuholen. Wussten Sie zum Beispiel, dass Ihr Angehöriger mit der Einstufung in Pflegestufe 0 auch Anspruch auf Verhinderungspflege, technische Hilfsmittel und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel hat?

Kontaktieren Sie einen Pflegeberater und lassen Sie sich unterstützen.

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